84489 Marienberg - Wallfahrtskirche

 

Kurz nach Vollendung der Wallfahrtskirche in Marienberg baute Antony Bayr 1768/69 ein einmanualiges, aber klangprächtiges Instrument, das sich bis zum heutigen Tag als einziges seiner Instrumente - abgesehen von einem kleinen Positiv aus dem Jahre 1756 mit fünf Registern in Rosenheim - im Originalzustand erhalten hat. 1984 wurde das Werk von Fa. Hubert Sandtner (Dillingen) restauriert. Eine weitere Sanierung erfolgte zu Beginn des Jahres 2010 ebenfalls durch Fa. Sandtner.
Antony Bayr wurde 1716 im unterfränkischen Heidingsfeld geboren. Seine Lehrzeit verbrachte er vermutlich in Würzburg und danach bei Johann Conradt Brandenstein in Stadtamhof (Regensburg). Brandenstein war der Schwiegervater seines ehemaligen Lehrlings Johann Ignaz Philipp Hildenbrandt, der später in München als Orgelbauer wirkte. Bayr arbeitete später bei Hildenbrandt, heiratete nach dessen Tod seine Witwe, erwarb das Bürgerrecht und übernahm 1744/45 den Betrieb. Von seinen über 10 Orgelneubauten - eine enorme Leistung in der damaligen Zeit! - lassen sich allein im altbayrischen Raum zwischen 1747 und 1790 ca. 40 Instrumente nachweisen. Orgelgehäuse aus Bayrs WErkstatt sind u. a. heute noch in den Kirchen von Feichten/Alz (1749), Schäftlarn (um 1762), Frauenwörth im Chiemsee (1774) und Mühldorf (um 1770) zu finden. Derzeit leider unspielbar ist die im 19. Jahrhundert stark veränderte Bayr-Orgel in der Pfarrkirche von Weng im Innkreis, deren historische Substanz jedoch eine Rekonstruktion wünschenswert erscheinen lässt. Antony Bayr starb 1792 in München.

 

Orgel mit elf Registern auf einem Manual und Pedal.

Erbaut 1769 von Antoni Bayr, München.

Restauriert 1984.

Disposition: 11/I+P

I Manual  C-c'''   Pedal  C-a°
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.

Principal  
Copel
Gamba
Octave
Flaute
Quinte
Super Ooctav Mixtur 4f.
Sesquialtera 2f

8’
8'
8'
4’
4'
3'
2'
1 1/2'
1'
1.
2.






Subbaß
Octavbaß
ans Manual angehängt

 

16’
8'


 

Zusammensetzung der gemischten Stimmen:

Mixtur 4-fach:

C
1 1/3' 1' 2/3' 1/2'
 b° 2 2/3'
2' 1 1/3'
 1'
 b' 5 1/3'
4' 2 2/3'
2'

Sesquialtera 2f:

C
1'
4/5'
c' 2' 1 3/5'
c'' 3 1/5'
2'

 

< vorherige  nächste >
  Seite drucken